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Landesheimatbund

Jahresrückblick 2025


Liebe Mitglieder des Landesheimatbundes,
liebe Freundinnen und Freunde, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, 

in diesem Jahr schaut der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt auf sein 35-jähriges Bestehen zurück. Als Dachverband für Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereine haben wir uns in diesen 35 Jahren intensiv mit Heimatforschung sowie Heimat- und Traditionspflege befasst und ein lebendiges Netzwerk an Vereinen, Initiativen und engagierten Menschen aufgebaut. Wir möchten uns auch weiterhin mit Ihnen für die Gestaltung zukunftsfähiger Kulturlandschaften in Sachsen-Anhalt einsetzen. 

Das Jahr 2025 hat deutlich gemacht, wie kraftvoll unser gemeinsames Wirken für die
Heimat- und Kulturpflege in Sachsen-Anhalt ist. Dank Ihres Engagements konnten wir unsere in den
vergangenen Jahren erfolgreich begonnenen Projekte zu Themen wie Erinnerungskultur,
Industriekultur, Alltagskulturen oder Niederdeutsch fortsetzen, neue Impulse geben und
zahlreiche Menschen für Geschichte und Kultur begeistern. Elf neue Vereine sind dem Landesheimatbund seit Jahresbeginn beigetreten. Diese Zahl unterstreicht, wie groß das
Interesse an unseren Themen ist. Die Vereine leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen
Identität, geben die Möglichkeit, das eigene Lebensumfeld aktiv und lebenswert zu gestalten, und sind damit wichtige Zentren für Teilhabe und Demokratie. 

Wir freuen uns immer über Ihre Ideen und möchten mit unseren Angeboten dazu beitragen, dass Sie sich austauschen und vernetzen können. Genau dies geschah im April 2025 zum Jahrestreffen der Heimat- und Kulturvereine in Niegripp bei Burg. 100 Engagierte trafen sich im „Alten Konsum“, heute ein aktives Dorfbegegnungszentrum. Im Mittelpunkt stand das Thema „Lebendige Ortsmitten“ – also wie Vereine zur Belebung von Ortskernen, Nahversorgung und Gemeinschaft beitragen können. Bei
einer Vereinsbörse stellten sich zahlreiche Initiativen vor, begleitet von Führungen durch den Ort. In Gesprächsrunden wurden zentrale Herausforderungen wie Generationenwechsel, Vernetzung und Orts-
entwicklung diskutiert. Die Veranstaltung bot viel Raum für Austausch, gute Beispiele und neue Kontakte. Sie zeigte eindrucksvoll, wie stark das Ehrenamt zur Lebensqualität im ländlichen Raum beiträgt. 


Auch unsere Arbeit für den Mikrokulturfonds konnten wir erfolgreich fortsetzen und damit Vereine
in Sachsen-Anhalt bei der Umsetzung ihrer Kulturprojekte unterstützen. Ein wichtiges Signal für die Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements setzte das Land Sachsen-Anhalt im September in Magdeburg mit der Neuberufung der Engagementbotschafterinnen und -botschafter für Kultur. Die feierliche Berufung würdigte herausragendes ehrenamtliches Wirken im Kulturbereich. Erstmals wurden in diesem Jahr ausschließlich Vereine ausgezeichnet, darunter auf Vorschlag des Landesheimatbundes der Heimatverein Oesig e. V. aus Blankenburg, der sich seit Jahrzehnten für Heimatpflege, Geschichtsarbeit und lokale Gemeinschaft starkmacht.  

Unser erfolgreiches Format Grundlagenkurs für Heimatforscherinnen und Heimatforscher
startete in diesem Jahr bereits in die sechste Runde. Ortschronisten aus ganz Sachsen-Anhalt nahmen an dieser Weiterbildung teil und erhielten nicht nur Einblicke in Methoden, Werkzeuge und Inhalte einer modernen Heimatforschung, sondern besuchten im Rahmen der Weiterbildung gemeinsam die Bibliothek der Hochschule Magdeburg-Stendal, das Technikmuseum Magdeburg, das Landesarchiv Sachsen-Anhalt sowie die Universitäts- und Landesbibliothek. Die abschließende Exkursion führte nach Bernburg. Alle 20 Heimatforschenden wurden schließlich am Tag der Heimatforschung im Oktober ausgezeichnet. 

Der Tag der Heimatforschung fand erneut in der Universität in Halle (Saale) statt.
Thematisch rückten wir Sprachen und Namen in den Fokus. Die Teilnehmenden konnten am Tag der Heimatforschung Workshops zur Sprachgeschichte, zu Dialekten und Flurnamen in Sachsen-Anhalt besuchen. Ein Meilenstein war in diesem Jahr außerdem die Veröffentlichung des zweiten Bands
unserer Zeitschrift für Heimat- und Regionalforschung KONNEX. Das Sachsen-Anhalt-Journal ist in drei Ausgaben erschienen, davon eine Doppelausgabe. 

Mit der Online-Vortragsreihe Bauern, Dorf und Kirche im 16. Jahrhundert beteiligten wir uns am
Veranstaltungsprogramm zum 500. Jahrestag des Bauernkriegs. Diese Reihe ist ein länder-
übergreifendes Kooperationsprojekt mit Institutionen aus Sachsen und Thüringen, die noch bis März 2026 fortgeführt wird. 

Auch beim 2023 begonnenen Projekt Niederdeutsch in der Schule kann sich die Bilanz sehen
lassen. Das Projekt wurde initiiert, um bestehende Niederdeutsch-Arbeitsgemeinschaften im nörd-
lichen Sachsen-Anhalt zu unterstützen und Neugründungen zu motivieren. Inzwischen hat sich die Anzahl der AGs von vier auf elf erhöht, die meisten davon sind im Grundschulbereich angesiedelt. Veranstaltungshöhepunkte für den Bereich Niederdeutsch und mitteldeutsche Mundarten waren der Niederdeutsche Sprachentag der Generationen in Slanstidde (Schlanstedt) und die mitteldeutsche Mundartlesung mit Musik in Wittenberg. 


Ein weiterer Höhepunkt in unserem Veranstaltungskalender war in diesem Jahr die Werkstatt der lebendigen Traditionen, die wir gemeinsam mit der Initiative The ARCH (Alliance of Rare Crafts
Heritage)
auf dem Rittergut Schönberg in der Altmark organisierten. Die Veranstaltung fand anlässlich des Internationalen Tages des Immateriellen Kulturerbes statt. Die Gäste konnten seltene Handwerke ausprobieren und lokale Traditionen entdecken. 

In unserem Themenspektrum ist die Industriekultur in Sachsen-Anhalt ein wichtiger Baustein. Gemeinsam mit dem Institut für Landesgeschichte am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und weiteren Kooperationspartnern organisierten wir im November eine
Tagung im Salinemuseum in Halle, die sich unter dem Titel „Arbeit, Gewalt, Zwang – Industrie-
kultur und Verantwortung“ mit den Schattenseiten der Industriegeschichte befasste. Außerdem
arbeiteten wir intensiv an zwei Bänden der Publikationsreihe Beiträge zur Industriegeschichte. Die Bücher Transformationen und Industriefotografie erscheinen im Frühjahr 2026 im
Mitteldeutschen Verlag. 

Wir setzten unsere Arbeit zur Erinnerungskultur am Grünen Band fort. Beim Netz-
werktreffen auf Schloss Hessen im September kamen Engagierte und Akteure zusammen, um sich
in thematischen Workshops zu Erinnerungskultur, Naturschutz und Tourismus auszutauschen und
Erinnerungsorte der deutsch-deutschen Teilung aufzusuchen. Wir freuen uns besonders, dass im
November unser erster Podcast gestartet ist. Er trägt den Titel „Grenzgeschichte(n). Als das Grüne Band noch grau war“. Im Podcast berichten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Ost und West von ihrem Alltag im Schatten dieser Grenze und davon, wie sich die Öffnung entlang der innerdeutschen Grenze vollzog. Falls Sie es noch nicht getan haben: Hören Sie rein. Es lohnt sich!

Zu unserer jährlichen Mitgliederversammlung trafen wir uns im November in Halberstadt. Der gastgebende Geschichtsverein für Halberstadt und das nördliche Harzvorland e. V.
begrüßte alle Teilnehmenden im Rathaus. 50 Personen aus 26 Vereinen kamen zusammen und erlebten spannende Führungen zur Geschichte der Stadt und des Rathauses. In der Mitglieder-
versammlung wurde unter anderem über die Einführung eines Versicherungspakets diskutiert. Der Landesheimatbund möchte seinen Mitgliedsvereinen ab 2027 über einen Gruppenvertrag mit der ARAG einen leistungsstarken Versicherungsschutz bieten. Dieses Thema wird uns im kommenden Jahr intensiv beschäftigen. 

Neben vielen positiven Momenten gab es in diesem Jahr auch solche, die uns innehalten ließen.
Besonders schmerzlich waren die Verluste unseres langjährigen Geschäftsführers und Schatzmeisters Prof. Dr. Dieter Heinemann und unseres ehemaligen Vorstandsmitglieds Bernhard Lohe. Beiden
verdankt der Landesheimatbund sehr viel. Dieter Heinemann gelang es, dass der Landesheimatbund 
1992 in die institutionelle Förderung des Landes aufgenommen wurde. Bis heute blieb durch diese „Grundsteinlegung“ die Existenz des Landesheimatbundes gesichert. Bernhard Lohe engagierte sich in vielen Bereichen. Unvergessen sind seine Hip-Hop-Camps für Jugendliche. Wir behalten beide in bester Erinnerung. 

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins Jahr 2026! Vielen Dank für Ihr Engagement, für gelungene Veranstaltungen und inspirierenden Austausch. Wir freuen uns auf weitere Begegnungen mit Ihnen im Rahmen unserer Veranstaltungen, auf Gespräche und Austausch.  

Herzliche Grüße 

Marco Tullner
John Palatini
Ulrike Dietrich


Ausblick 2026: Veranstaltungshöhepunkte  

  • Heimatforschung
    • Online-Vortragsreihe „Bauern, Dorf und Kirche im 16. Jahrhundert“ 
    • Grundlagenkurs für Heimatforscherinnen und Heimatforscher 
    • Tag der Heimatforschung 
    • Vertiefungsseminar Lost Places 
  • Grünes Band
    • Netzwerktreffen Grünes Band 
  • Vereinsnetzwerk
    • Jahrestreffen der Heimat- und Kulturvereine 
    • Regionalwerkstätten  
    • Digitale Vereinssprechstunden 
  • Niederdeutsch und mitteldeutsche Mundarten 
    • Niederdeutscher Sprachentag 
    • Mitteldeutsche Mundartlesung mit Musik 
  • Industriekultur
    • Buchpräsentation der Beiträge zur Industriekultur  
  • Alltagskulturen
    • Veranstaltungsreihe „Land.Wirtschaft.Leben.“