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Wo Geschichte lebendig wird – Das „Mobileum“ für Landsberg nimmt Gestalt an

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Konnex - „Zeitschrift für Regional- und Heimatforschung Sachsen-Anhalt“ (Nr. 3, 2026)

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Themen

Bildung & Vermittlung Dorfmitte & Soziokultur Geschichte Heimatforschung & Ortschronik Heimatstube & -museum

Es war einer dieser Abende, an denen die Luft knistert vor Ideen – bei einer Veranstaltung im Ortsteil Gütz in Landsberg, irgendwo zwischen engagierten Gesprächen, einem Bier und dem gemeinsamen Blick in die Zukunft, entstand sie: die Idee eines Mobileums.

Annett Rose von civitas landsberge e.V. und Harald Schwarz vom Förderverein Gützer Kirche e.V., beide tief verwurzelt in der Region und mit einem Herz für Geschichte, hatten plötzlich dieses Bild vor Augen – eine Ausstellung, die nicht nur informiert, sondern berührt. Eine, die mitwächst, sich bewegt, die Menschen zusammenbringt und mitnimmt auf eine Zeitreise durch Landsberg und seine Ortsteile.

Heute ist aus dieser zündenden Idee ein Projekt geworden, das mehr ist als ein Museum: eine lebendige Ausstellung, die in der historischen Kulturkirche Gütz ihr Herzstück finden soll (Abb. 1). Doch das Mobileum bleibt nicht an einem Ort – es ist mobil, flexibel, offen für jeden, der sich beteiligen möchte.

Abb. 1

Feierliche Vorstellung des Mobileums am 16. Februar 2025 in der Gützer Kirche.

Vergangenheit zum Anfassen
Was dieses Mobileum so besonders macht? Es ist nicht einfach ein Ort zum Anschauen, sondern ein Ort zum Mitmachen. 12 moderne Bildschirme sollen die Geschichte jedes Ortsteils individuell erzählen – in Bildern, Geschichten und digitalen Formaten. Dazu kommt ein weiterer, mobiler Bildschirm, der aktuelle Themen oder Unterstützer sichtbar macht – oder gleich bei Veranstaltungen vor Ort eingesetzt wird. Und dann wäre da noch der EXPO-Koffer – eine tragbare Mini-Ausstellung mit echten Schriftstücken und Exponaten, die auf Dorffesten, in Schulen oder Seniorenzentren Geschichte erlebbar machen kann. Zusammen ein Museum, das dorthin kommt, wo die Menschen sind.

Jeder kann mitgestalten
Was das Mobileum besonders sympathisch macht: Es lebt von den Menschen, die es gestalten. Persönliche Erinnerungsstücke, alte Fotos, Anekdoten, Tagebücher – jede Geschichte zählt. Und genau das macht die Ausstellung so lebendig. Es geht nicht um große historische Ereignisse, sondern um die kleinen, kostbaren Momente, die unser Leben in dieser Region geprägt haben.
Wer keine alten Schätze im Keller hat, aber dennoch Teil des Projekts sein möchte, ist ebenfalls willkommen – zum Beispiel als Unterstützer oder Sponsor. Denn: So ein Projekt lebt nicht nur von Ideen, sondern auch von finanzieller Hilfe. Jeder Beitrag hilft, die Geschichte unserer Region in die Zukunft zu tragen.

Gemeinschaft fördern – Geschichte erhalten
Was Annett und Harald da gemeinsam angestoßen haben, ist mehr als ein Ausstellungsprojekt. Es ist ein Signal für Gemeinschaft, Identität und ein neues Wir-Gefühl. Denn wer gemeinsam auf die eigene Geschichte blickt, versteht nicht nur die Vergangenheit besser – sondern auch sich selbst und sein Umfeld.
Und so soll es schon bald heißen: Willkommen im Mobileum – einem Ort, an dem Geschichte nicht in Vitrinen verstaubt, sondern leuchtet, spricht, lacht und lebt. Und vielleicht – ganz vielleicht – kommt Ihre eigene Geschichte dort auch bald zu Wort (Abb. 2)

Abb. 2

Besuch des Mobileums in Hohenthurm am 2. Juli 2025.

Harald Schwarz

engagiert sich als Vorsitzender des Fördervereins Gützer Kirche e. V. gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen für den Erhalt des Objektes „Kulturkirche Gütz“ und die behutsame Weiterentwicklung des regionalen Kulturerbes. ⇆ info@kulturkircheguetz.de