Heinz Noack
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Die Waldgenossenschaft „Siebengemeindewald“ im Südharz
Der Siebengemeindewald ist eine Realgenossenschaft, gehört zu den ältesten Waldgenossenschaften in Deutschland und genießt in Sachsen-Anhalt ein Alleinstellungsmerkmal. Ihren Ursprung hat diese Genossenschaft vermutlich in der mittelalterlichen Allmende, der Urform einer Genossenschaft. Es handelt sich um ein rund 1.000 Hektar großes, geschlossenes Mischwaldgebiet in der Gemeinde Südharz Ortsteil Uftrungen.
Seit Jahrhunderten ist der Wald ideelles Eigentum von 951 Hausbesitzern in Berga, Uftrungen, Schwenda, Rosperwenda, Bösenrode, Thürungen und Görsbach. An der Spitze der Verwaltung stehen seit jeher zwei Waldvögte und ein Waldförster. Der erste Waldvogt kommt traditionell aus Berga und der zweite aus Uftrungen. Aktuell sind seit 2019 Jens Hoffmann aus Berga der erste Waldvogt und Matthias Werther aus Uftrungen der zweite Waldvogt. Das Amt des Waldförsters übt seit 2018 Martin Enke aus. Einmal jährlich findet traditionell eine Waldbegehung statt.
Heinz Noack
Der Waldvogt des Siebengemeindewaldes Jens Hoffmann
Die Ersterwähnung erfolgte in einer am 10./11. Januar 1341 ausgestellten Urkunde. Der Wald wurde als „das holz all der dorfer gemeyne“ bezeichnet. 1590 erfolgte in einer Waldordnung die Nennung der Einwohner in den sieben Orten als Eigentümer.
Die Waldgenossenschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Sie wirkt für den Schutz und die Erhaltung des Waldes. Dazu gehören unter anderem Pflege und Erneuerung des Waldes, Hege des Wildes, die Förderung des Naturschutzes sowie Öffentlichkeitsarbeit und Traditionspflege.
Die Haupteinnahmen werden über den Holzverkauf generiert. Die Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern für Investitionen und den Waldumbau verwendet.
Heute gibt es keine Niederwaldwirtschaft mehr. Die Klimaveränderungen in der jüngsten Zeit verursachten durch extreme Trockenheit und Borkenkäferbefall ein großflächiges Absterben der Fichte und Schäden am Laubholz. Ziel der Waldgenossen ist es, einen Plenterwaldbetrieb einzuführen, also einen sich stetig verjüngenden Dauerwald, in dem Bäume einzeln gefällt werden – eine sehr nachhaltige Nutzung des Holzes. Die Waldgenossen unterstützen den Förster mit freiwilligen Pflanzaktionen. So wird aus heutiger Sicht der Siebengemeindewald langfristig in seinem Bestand gesichert.
Heinz Noack
Mit freiwilligen Pflanzaktionen der Waldgenossen wird der Förster unterstützt.
